im weintau

 

dann ist hier dieser tag. der aus der nacht steigt wie venus nach dem bade. rosige wangen in den horizont legt. und grünwallend sein haar im winde flattern lässt. der blick den langsam er erhebt erglänzt am wimpernkranz des sees. vor seiner scham kein feigen-blatt. es ist der wein in diesem paradies. der seine nacktheit ziert.

© evelyne w.

im weintau - video

 

frühlingsrausch

 

und ich tauche in die tage. aus denen sich der frühling windet. in krokusgelb und fliederweiß. und aus den rieden treibt der kleine rausch des anfangs. reibt sich an kirschenmündern rot und färbt mein blut. das schäumend durch die adern brandet. um sich zu stürzen in das spiegelblau des sees. der diese heimat mir zur wollust flutet.

© evelyne w.

 

Und jetzt das Buch!


Es wird ein Buch geben! Für dieses, mein Herzensprojekt!
Illustriert mit den Bildern meines Zyklusses „Griselinas – Dementia“
Meine Freude ist riesengroß!

Veröffentlichung 25. April 2012

in der umarmung des vergessens

Nähere Infos unter In der Umarmung des Vergessens

Klappentext:

Dementielles.
Ein Wort. Ein Begriff, mit dem nicht jeder etwas anfangen kann.
Ein Untertitel für eine Sammlung, die es bisher in dieser Art noch nicht gab.

Es geht um Demenz. Das liegt wohl auf der Hand.
Evelyne Weissenbach beschäftigt sich auf verschiedene Art und Weise mit dieser Thematik.
Einerseits in kleinen Geschichten über Begegnungen mit demenzkranken Menschen.
Andererseits in nachdenklichen Texten mit Validationshintergrund.
In den Schreibpausen – Versuche, ihre Gefühle mit dem Pinsel auszudrücken.

Doch dann kommt das bisher Einzigartige dazu.
Auf der Suche nach Texten, die sie bei einer Lesung in einem Pflegeheim verwenden könnte, musste die Autorin feststellen, dass es für diese Menschengruppe keine literarischen Texte gab.
Darin sah sie eine große Herausforderung und eine schöne Aufgabe.
Und sie schrieb
Gedichte und Kurzprosa FÜR Demente.
Um jenen Menschen kleine Erinnerungen zu bescheren, die in der Umarmung des Vergessens leben.

Dementielles.
Ein Wort. Ein Begriff, der Berührendes beinhaltet.

 

sternenblues

 
aus sternennacht
wälzt sich der blues
schleppt dunkle töne
in das lied der sehnsucht

hinter verbissenem mund
zieht atem flache kreise
aus leeren augen
rieselt schwarzes salz

in brünstig‘ blut
ein saxophon verzittert

aus weicher kehle
stürzt ein stummer schrei

© evelyne w.

sternenblues - audio

 

aschermittwoch

 
eine närrin war ich
und dachte doch
ich wäre colombine
mit rotfunkelndem kussesmund
und bommeln an den röcken
wippend im takt
meiner zu dir hüpfenden schritte

die tränen sind nicht mehr gemalt
am auge meines herzens
die röcke schwer wie blei
die füße kalt
erfroren fast
beim tanze auf dem eis
deines grausamen spiels

der fasching ist vorüber
die demaskierung

die närrin bleibt

© evelyne w.

aschermittwoch - audio