
ich spüre freiheit
obwohl die ganze welt
sich darauf einschwört
mir unfreiheit zu suggerieren
ich spüre lebenswillen
sinn
und liebe
mein blick ist offen
und darauf gerichtet
dahin zu geben
wo es gebraucht wird
die angst ist die begleiterin
der sich vor ihr duckenden
in mir
blüht zuversicht
und frieden
mein gang bleibt aufrecht

der nebel
weht seine fahnen
über das land
breitet sie
über kahle reben
mein schritt gedämpft
auch das gekrächz der krähen
wie ferne sinfonien
manchmal blinzelt
die sonne bleich
erhellt das grau
zu mattem weiß
ich trinke
die milch der lüfte
lächelnd begrüße ich die schemen
die meinen weg nach hause
säumen


nackt stehen die reben
recken die kahlen arme
voll stärke in den wind
unbeugsam
im wissen um den neubeginn
ich trinke
von den ewig fließenden säften
ihrer zuversicht
und wandere weiter
auf dem weg
in meine soeben beginnende
zukunft
bilder, die sich unter die haut brennen
und dort nie vergehen
sich in träumen herumwälzen
keine worte hervorbringen
und sich dennoch ausdrücken müssen
weil es unmöglich ist sie zu beschreiben
schreie, die bilder mit blut färben
und seen der angst blickdicht machen
die ufer der träume überfluten
und sich über die tage ergießen
weil es unmöglich ist zu verstummen
tränen, deren salz
immer wieder
die offenen wunden der hilflosigkeit vereitert
weil es unmöglich ist sie zu heilen
frei bin ich immer
doch nicht jeden tag
kann ich die freiheit spüren
aber heute
tanze ich
in der morgensonne
auf der lichtung
meines lebens
und gebe
mein lachen
dem echo der welt
die sonne meines lebens
dreht sich um mich
sie gibt mir wärme
sie gibt mir licht
sie küsst mich
am morgen wach
und glüht mich
am abend in deine arme
ich lehne mich
an den morgen
zärtlich
küsst er mir
die nächtlichen schatten
von den augen
und schiebt mich
sanft in den tag