nach 100 tagen

 

die welt sieht anders aus
über den beckenrand geschaut

spürt sich anders an
schwerelos durch wasser gleitend

ihr geschrei
einerseits durch
plätschern, blubbern, glucksen
abgedämpft

andrerseits
vom lauten jubel
meiner wirbelsäule
übertönt

 

 

neujahrsmorgen

der morgen
entfaltet ein neues jahr

breitet sein licht
über die dunkelheit
des vergangenen

die nacht muss weichen

im frühen unschuldigen schein
zeigen sich
neue wege
ausblicke
geschenke des lebens

die zuversicht
baut sich ein nest
im baum des mutes

der seine wurzeln
aus der freude nährt
liebender mensch
sein zu können

sommer im winter

auf einem fliegenden teppich
aus liebe
schwebe ich

über die wüsten des hasses
die schluchten der entzweiung
die meere der verzweiflung
die dschungel der unfreiheit

der warme wind
meines lebens
streichelt mein gesicht

lenkt mich
in die richtung
wo gott wohnt

die sonne
füllt meine augen mit licht
spült sommer
in mein offenes herz

in diesem winter
in dem so viele herzen
erfroren sind