wenn meine arme
sich recken wie maste
die ohne segel
nicht in die winde gleiten
wenn meine beine
sich drehen wie felgen
die ohne reifen
nicht an ihr ziel kommen
wenn mein mund
sich höhlt wie eine grotte
die ohne wasser
nicht ihren namen trägt
dann bist du viel zu weit
von mir entfernt
wie mein leben
das ohne dich
nicht leben kann
© evelyne w.
der ausblick heute nebelfrei
zeigt klar den grund
auf dem mein leben fußt
an jenen tagen
wo grau der dunst
sich über den boden wälzt
findet mein schritt
diese erinnerung
© evelyne w.
nichts hast du mir gekauft nichts
für mich gefunden in all
den einkaufsstraßen dieser welt
und schenktest mir zerbrochenes
mühsam nur gekittet zerschnittenes
leuchtend noch vernarbt verbranntes
aus der asche gegraben verlorenes
endlich doch gefunden unter dem baum
der liebe nackt und ungeschmückt da lag
dein herz und deine blicke umfingen meines
alt hergebrachtes war für uns das schönste
weihnachtsgeschenk
© evelyne w.

sieh nur, dies kind
das sich uns schenkt
um liebe
zu bescheren
schaue sein licht
das deine augen weitet
die menschen anzusehen
höre sein lied
das im gesang der stille
sich nur vernehmen lässt
spüre das glück
wenn du dein herz öffnest
um frieden
in die welt zu fluten
© evelyne w.
* * *
und dann der stern
vom himmel fällt er
in meine nacht
er wärmt mich
erleuchtet mich
er liebt mich
ich spüre es
dann trage ich
glut in meinem herzen
fülle die augen mir
mit sehen
die hände mit halt
die lippen mit atem
der die welt umfängt
grenzen fallen
und gottes geburt
macht uns zu seinen kindern
© evelyne w.