das glück ist
wo ich bin
ich pflücke es
mit beiden händen
streue seine samen
auf den weg meines lebens
an seinen rändern
ein blühen
üppiger dankbarkeit
und der fluss der liebe
flutet die wurzeln
meines seins
© evelyne w.
das glück ist
wo ich bin
ich pflücke es
mit beiden händen
streue seine samen
auf den weg meines lebens
an seinen rändern
ein blühen
üppiger dankbarkeit
und der fluss der liebe
flutet die wurzeln
meines seins
© evelyne w.

der herbst trägt
noch ein sommerkleid
grün schwingt es in den reben
die trauben schmiegen
ihre wangen an sonnenfinger
zwischen die rieden
knüpft die malve
ihre teppiche
nur leicht der wind
doch wühlt im see
er hoch den schlamm
weht seine würze
über die hänge
der frühe abend
legt sich als ahnung
auf das land
© evelyne w.
will nah mir sein
mich spüren
ertragen
mich bewegen
ohne angst
vom schmerz mir
nicht die freiheit
engen lassen
jahrzehntelange
starre aufzubrechen
kann sehr weh tun
doch
die belohnung ist
leben.
© evelyne w.
auf der welle meines lebens
liege ich
manchmal ganz hoch oben
greife nach der sonne
und trinke die gischt der freude
manchmal ganz tief unten
umspült vom schlamm des grundes
und trinke vom vertrauen in den sog
der mich nach oben ziehen wird
© evelyne w.
in der schwingung meines ichs
will ich schwimmen
im strome der erkenntnis.
vom morgen zum abend. durch die nacht. hin
zum erwachen
in der schwingung meines ichs
will ich tanzen
durch die pforte der beschränkung.
von mir zu dir. mit dir. hinein
ins uns.
in der schwingung meines ichs
lasse ich mich fallen
weil ich weiß
dass du mich auffängst.
in deinem ich. in meinem du.
in unserem wir.
© evelyne w.

herbstaugen
trägt dieser winter
orange und gelb
legt er mit seinen blicken
auf die nackten hänge
lockt ein viel zu frühes
blinzeln aus den nestern
© evelyne w.
mein lachen will ich aus dem grabe holen
tage zu süßen
deren bitterkeit das licht verhüllt
und das lächeln grimassiert
zu höhnischer erbarmungslosigkeit
es schallen lassen
über die welt wie glockenklang
der zum gemeinsamen mahle ruft
© evelyne w.
Heuer fällt es mir besonders schwer
die Weihnachtszeit zu erkennen
Zu viele Herzen sehe ich leer
und Leute, die nur rennen
Die einen hetzen um Überfluss
die anderen hetzen gegen jene
die auf der Flucht vor Elend und Tod
rennen um nacktes Leben
Und es begab sich in jener Zeit
da machte sich die Hoffnung breit
ein Erlöser sollt werden geboren
bevor der Menschheit die Welt verloren
weil Herzenskälte den Bruder erschlägt
der das Zeichen der Not auf der Stirne trägt
Und der Heiland kam. Sein Leuchten drang
aus dem armsel’gen Stall, in den er getrieben
Mensch! So seine Botschaft erklang
Deine Bestimmung heißt lieben!
Erlösung bringt dir nicht Geld und Macht
kein Punschstand kein Glitzergeschrill
Ein warmes Lichtlein in der Nacht
das Suchenden zeigt den Weg zum Ziel
an dem sie willkommen und eine Hand die gibt
bringt Rettung dir!
Weil so derjenige liebt
dessen Geburt wir die Nacht weihen
damit wir auch wirklich Menschen seien
Erhöret das Lied das aus der Krippe erklingt
Weil nur das uns Weihnachten wieder bringt
© evelyne w.
ich möchte nicht mehr kind sein
und in der gegenwart
schon gar nicht
doch meine kinderweihnacht
die würde ich gern herüberholen
in dieses jetzt
wo fantasie mystik geheimnis
dem kitsche weichen mussten
der lauten schrille
technischer errungenschaften
animierten christkindern
dem durchblick digitaler monster
und vor der krippe des herrn
sortiert wird
wer seiner liebe würdig ist
© evelyne w.