die liebe. muss sie sein.


rasend. muss sie sein
die liebe. rasend.
sie muss dir die haut
herunter rei├čen und
das fleisch verbrennen
dir den atem schn├╝ren
und als schrei von deinen
lippen bluten.

still. muss sie sein
die liebe. ganz still.
sie muss dir balsam auf alle
deine wunden legen und die
hitze der lust zur w├Ąrme k├╝hlen
dir den atem des lebens einhauchen
und das blut von deinen
lippen k├╝ssen.

die liebe. muss sie sein
die liebe. die liebe.

┬ę evelyne w.

die liebe - audio

 

die heuchler

dann weht der wind
aus einer anderen richtung

sahst mich nie gern
und wenn
mit augen
die vom sand verklebt

der von den klippen
deiner str├Ąnde wehte

dein bild von mir
verzerrt
von der subtilen macht
nach der du gerne strebst

und dann der schritt
des schnitters
der mein feld zertrat

nun weht der wind
aus einer anderen richtung

doch noch so laute tr├Ąnen
aus schock
geborener reue

verwehen ungeh├Ârt
auf meinem grab

┬ę evelyne w.

 

dann liebte ich


dann liebte ich

den morgen
der ├╝ber deinem scheitel
aufstieg

liebte den mittag
den dein mund
zerbiss

und dann den abend
d├Ąmmern
in deinen augen

liebte die nacht
die deinem scho├č
entstr├Âmt

dann liebe ich
den morgen

der ├╝ber deinem scheitel
aufsteigt

┬ę evelyne w.

Heilsam


Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich sagte:
Ich kann nicht.
Herr, bitte hilf mir!
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich sagte:
Ich kann nicht.
Herr, warum hilfst du mir nicht?
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich sagte:
Herr, warum willst du mir nicht helfen?
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich sagte:
Herr, warum h├Ârst du mir nicht zu?
Ich kann nicht!
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich sagte:
Herr, warum antwortest du mir nicht?
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich weinte:
Herr, warum l├Ąsst du mich so leiden?
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich schluchzte:
Herr, was habe ich getan
dass du mir nicht helfen willst?
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!

Ich schrie:
Herr, h├Ârst du nicht?
Ich kann nicht!
Warum hilfst du mir nicht?
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich wurde zornig:
Herr, warum l├Ąsst du mich hier liegen und tust nichts?
Er sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich schrie noch lauter:
Ich will es nicht mehr h├Âren!

Da drehte Er sich um und ging.

Ich rief:
Herr, bitte komm zur├╝ck.
Lass mich nicht allein.
Er blickte ├╝ber die Schulter und sagte:
Steh auf, nimm dein Bett und geh!
Ich kr├╝mmte mich zusammen
und heulte vor Angst und Schmerz in mich hinein.

Doch Er ging langsam weiter
und drehte sich nicht mehr um.

Voller Zorn stand ich auf
warf mein Bett hinter ihm her und schrie:
Das kannst du doch nicht machen
Du darfst mich nicht allein lassen,
wo ich dich so brauche.
Herr, bitte erkl├Ąre es mir doch wenigstens.
Ich kann es nicht verstehen.
Warum hilfst du mir nicht?

Da drehte Er sich um, lachte und sagte:
Na, endlich!

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