© evelyne w.
aus den reben
steigt der schwere duft
der trunkenheit
der see
mit altersblasser hand
bauscht duftige schleier
in den golddurchwirkten
horizont
und wohnen herbste
in meiner seele
färben die weiten
meines herzens
flammend bunt
© evelyne w.
Du bist nicht
Was du tun willst
Du bist das
Was du tust
Du bist nicht
Was du sagst
Du bist das
Was du tust
Du bist nicht
Was du denkst
Du bist das
Was du tust
Du bist nicht
Einfach
Was du bist
Du bist das
Wofür du dich entscheidest
Es zu tun
© evelyne w.
aus:
Ich bin aus einem ganzen Stück
Best of Tagebuchgedichte
152 Seiten
Broschiert mit Klappen
leis
ist das glück
weiß
ein wort
schwebt
rot
wir lachen
bunt
laut
© evelyne w.

vor meinem fenster
weitet sich ein hang
vor meinem fenster
weitet sich der see
gib mir die hand
und schau mit mir
an diesem hang
da rötet sich der wein
über dem see
da rötet sich der abend
gib mir die hand
und spür mit mir
die trunkenheit
die aus dem hang strömt
die trunkenheit
die aus dem see steigt
gib mir die hand
und trink mit mir
das glück
das unser herbst
uns schenkt
© evelyne w.
ich lege tage
auf deinen mund
die du mir
in die nächte küsst
evelyne w.
der september
küsst mein leben
golden
leuchtet dein wort
durch das rot an den zweigen
meiner lust
die trauben
gaukeln süße
in meine augen
silbern
schimmert der horizont
hinter den rebstöcken
der liebe
das laub
raschelt leise
im winde meiner sehnsucht
und die astern
glühen
auf die wege
durch den garten
der erinnerung
© evelyne w.
am zenit die sonne. hitze schwillt. die glut ihrer berührung treibt den schweiß in die lenden lechzender hänge. sucht seinen weg in den schoß des lebens. steigt auf als edler tropfen an der frucht die uns berauscht. unter dem schritt der lust dampft der boden sich zu schwüle. heißer atem umweht die schläfe des flüsternden sees.
© evelyne w.
am rand der nacht reibe ich mein fell. blank
lege ich meinen blick in den schoß des mondes. stille
umsäumt deinen ruf. mein schrei
ist kein klagen. an deinen fängen
glänzt neues leben
Variation:
am rand der nacht
reibe ich mein fell
blank
lege ich meinen blick
in den schoß des mondes
stille umsäumt deinen ruf
mein schrei
ist kein klagen
an deinen fängen
glänzt neues leben
© evelyne w.