schubidu

 
ich ziehe meine wolkenschuhe an
und laufe über den himmel
steppe damit auf eisbergen
ein heißes schubidu

ziehe die samthandschuhe an
und fass mich bei den händen
tanz‘ ringelreihen um dein herz
schubidududu

zuletzt setze ich die brille auf
aus sonne und ich strahle
in dein buntes augentreiben
schubidudu dideldidei

© evelyne w.

 

paso doble


zuerst war ich ein wenig bestürzt. als du mich in die mitte der tanzfläche zogst, einen schritt von mir zurücktratest und mich den augen aller so ganz allein preisgabst. dein blick fixiert am horizont hinter der rose in meinem haar. und deine starken arme fest an die hosennaht gesenkt. doch dann brandete applaus auf. unter dem ansteigenden stakkato deiner tritte bebte der boden. ein heißes schnauben drängte mir sand in die augen. mit einem einzigen ruck schwangst meine röcke du, warfst meine beine dieser ungezähmten kraft entgegen. locktest die wut der gier auf meine spur, mich zu ergeben dem strom des blutes.

© evelyne w.

 

es lenzt

 
ein sonnenstrahl
zärtelt mir
ein sehnen

nach wärme
die im moment
mein inneres nur strömt

nach blütenaugen
die sich auf nacktheit räkeln

nach wisperndem versprechen
aus dem umarmung steigt

und die gewissheit wächst
es lenzt!

© evelyne w.

 

im frühlingskleid

 
weinberg
 
 
der frühling
trägt ein seltsames gewand
in diesem jahr

nicht unter weißen
blütendecken
räkelt sich sein leib

die schneedecke
ist es
die seine nacktheit
hüllt in sehnendes
verharren

und doch
es ist nur draußen so
hier drinnen ist es warm
und blüht

die liebe
die das herbsterleben
uns
auch im frühling
schenkt

© evelyne w.

 

geschöpf

 
ich möchte
in die tage greifen
mit beiden händen
leben holen
aus der schöpfung
die mit so viel kraft und liebe
dem bösen widersteht

ich möchte
aus den nächten schöpfen
mit beiden händen
frieden geben
den ich im schutze
deiner achseln
schlummernd mir erträume

© evelyne w.

 

er kömmt!

 
er kömmt! er kömmt!
ich kann ihn riechen
rieche den duft aufbrechender erde
höre die säfte rauschen in den ästen
spüre der wurzeln fruchtbarkeitstanz
und sehe knospen zur entfaltung drängen

das lied der verheißung singt
beschwörende bilder flutender üppigkeit
die sich zum bad der seligkeit ergießen

er kömmt! er kömmt!
er ist schon da!
er klopft schon an die seelentüren

der frühling.

© evelyne w.

er koemmt - audio