winterspaziergang

 
da ging ich also. ich
ging allein. sah den schlittschuh
laufenden kindern zu und den hunden
die im schnee herumtollten.

ein kleiner weißer punkt
schwebte auf mich zu und
ich dachte noch:
beginnt es wieder zu schneien?
da setzte er sich auf meine lippen
und wurde heiß. brennend heiß.

ich bin’s, flüsterte er, spürst du mich?
erschrocken sah ich mich um
doch niemand war zu sehen.
ich schob meine zungenspitze
ganz nahe an ihn heran.
jaaa, raunte er, jaaa aaah!
hast du mich nicht erwartet?

doch, stotterte ich, doch
aber nicht jetzt und hier.
ich schwebe immer um dich, sagte er
und sprang auf meine zunge.

ich rollte ihn in meinem
warmen mund hin und her
er seufzte glücklich
streckte sich wohlig
und lief dann in meinen hals

wo willst du hin, rief ich
und er sagte:
nach hause. in dich.

© evelyne w.

 winterspaziergang - audio

 

 

16 Gedanken zu „winterspaziergang“

  1. ach-, und meine Gedanken während des 2. Frühstücks bei einem heißen Kaffee, na ja-, die schreibe ich doch gar nicht hier hinein , aber ich schreibe (noch immer lächelnd) : es gefällt mir sehr
    gut … Fantasie an die Macht … heitere Grüße von der Nordsee Ursa

  2. es wurde Dir heiß, mit dem kleinen Pünktchen auf Deiner Zunge, in Deinem Mund
    und eben noch war Dir sooo kalt

    DU im Gespräch mit einem kleinen weichen Flockenkind, das noch nicht weiß,
    daß es kalt zu schneien hat und keine heiße Kiste sein soll…

    Liebe Grüße 🙂

  3. Zitat von bruni8wortbehagen:
    DU im Gespräch mit einem kleinen weichen Flockenkind, das noch nicht weiß,
    daß es kalt zu schneien hat und keine heiße Kiste sein soll…Zotat Ende
    Das ging mir auch durch den Kopf, als ich das Gedicht gelesen habe:-)
    Ich finde es ganz bezaubernd – lieblich – erfrischend – irgendwie fehlt mir das richtige Wort.
    Es macht Freude, es zu lesen.
    Danke liebe Lintschi und liebe Grüße
    Fini

    1. das ist naantürlich das allerwichtigste, dass es freude macht, zu lesen!
      ich gehöre üblicherweise nicht zu den leuten, die sich einbilden, ich müsse meine leser be(ein)drücken
      damit man mir schreibqualität zugestehen kann.

      danke liebe
      und schönen abend!

  4. Hihi und „schäm“. Ich habe erst soeben entdeckt, dass ich das Gedicht auch hören kann.:-) Auf dem kleinen Netbook ist mir das entgangen.:-(
    Da klingt es ja noch viel schöner, als wenn man es selbst liest. Ich weiß schon, warum ich ein Fan Deiner Schreibwerkstatt bin.
    Vielen Dank und schönen Abend
    Fini

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